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07.12.2008 16:51

Erstes Ghostbike in Graz aufgestellt

Das erste in Graz aufgestellte "Ghostbike" erinnert an der Kreuzung Kärntnerstraße - Wetzelsdorferstraße an einen hier am 12.11.2008 bei einem Unfall getöteten Radfahrer. Zugleich ist das weiße Fahrrad Mahnmal für mehr Rücksicht im Straßenverkehr, besonders gegenüber den ungeschützten VerkehrsteilnehmerInnen.


Gemeinsames Gedenken von
Ägyptsicher Gemeinde und
Grazer RadlerInnen

Mit spezieller Abschleppvorrichtung
wurde das Ghostbike vom Stadtzentrum
nach Don Bosco überstellt

Eine von unbekannt an der
Unfallstelle plakatierte Anklage

Demo-Fahrt zur Unfallstelle

Die Aufstellung erfolgte am 06.12. Zunächst führte eine Demonstrationsfahrt von rund 30 TeilnehmerInnen vom Südtirolerplatz zur Unfallstelle bei Don Bosco. Das in der "Fahrradküche" montierte und zuvor eine Woche am Südtirolerplatz aufgestellte "Ghostbike" wurde mit einer Abschleppvorrichtung an einem anderen Rad mitgeführt.

An der Unfallkreuzung wurde das Ghostbike im Grünraum neben der Fahrbahn verankert, mit Blumen und Blattwerk geschmückt und mit Kerzen umsäumt. Heidi Schmitt, Obfrau der ARGUS Steiermark, erklärte den Sinn der Veranstaltung: Die Grazer RadlerInnen wollten damit Abdel-Latif Kaddouh (8.9.1981 - 12.11.2008) gedenken, der hier als Radfahrer von einem abbiegenden Lkw erfasst und getötet wurde. Es gehe nicht um Schuldzuweisung, sondern um einen Appell, die Anstrengungen um Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erhöhen und aufeinander mehr Rücksicht zu nehmen.

Der Sprecher der Ägyptischen Gemeinde in Österreich, Ali Soleiman, brachte in seiner Ansprache der inzwischen auf rund 50 Personen angewachsenen TeilnehmerInnen-Schar die Person Abdel-Latif näher: Der 27-jährige Student war vor vier Jahren nach Österreich gegangen, damals hatte er am Tag seiner Abreise seinen jüngeren Bruder durch einen Stromunfall verloren. Der strebsame BWL-Student war am Unglückstag auf dem Weg von der Uni zurück in seiner Wohnung in der Harterstraße, als er von dem Lenker des Schwerfahrzeuges übersehen wurde. Obwohl die Ampel für ihn "Grün" zeigte, wurde er erfasst, überrollt und tödlich verletzt. "Es darf nicht sein, dass jemand einfach übersehen wird", lautete die Botschaft.

Die Aufstellung von "Ghostbikes", meist in Verbindung mit einer Gedenkfahrt ("Memorial Ride"), kommt aus den USA, wo damit zunächst in der Fahrradboten-Szene verunfallten KollegInnen gedacht und zugleich das menschenfeindliche (Auto-)Verkehrssystem angeprangert wurde. In Österreich wurde das erste "Ghostbike" im März 2008 in Wien aufgestellt.


Kategorie: ARGUS Stmk ARGUS Stmk
Alter: 11 yrs

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