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27.04.2010 14:00

Am 28.4. ist Internationaler Tag gegen Lärm. Rad fahren beruhigt!

Radlobby.IGF fordert umfassende Maßnahmenpakete zur Reduktion von Verkehrslärm


Radfahren beruhigt

Schon 1910 prophezeite Robert Koch, Nobelpreisträger für Medizin: "Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Cholera und die Pest". An die alltägliche Beeinträchtigung von Gesundheit und Lebensqualität durch Lärm erinnert der "Internationale Tag gegen Lärm" - und die Radlobby.IGF erinnert an das beste Mittel, Verkehrslärm zu reduzieren: Radfahren!

Lärm macht krank; Lärm stört die Konzentration von Arbeitenden und Schulkindern; Lärm ist ein bedeutender Risikofaktor für Herzinfarkte; Lärm stört Schlaf und Ruhephasen. Angriffspunkt des Lärms ist dabei nicht das Ohr, sondern die Störung des Haushalts von Stresshormonen, insbesondere Cortisol  und andere Kortikosteroide, wodurch der gesamte Organismus belastet wird. Das betrifft circa 11 Prozent der WienerInnen! Diese sind nämlich einem Lärmpegel von über 70 dB ausgesetzt, dieser Wert übersteigt internationale Empfehlungenbei weitem: Die WHO empfiehlt als präventiven Gesundheitsschutz die Einhaltung des Grenzwerts von 45 dB bei Nacht. Der Hauptverursacher für akustische Umweltverschmutzung im innerstädtischen Bereich ist der motorisierte Verkehr, dabei wirkt sich neben dem Fahrbahuntergrund (Kopfsteinpflaster!) die Geschwindigkeit maßgeblich auf die Lärmemission eines Fahrzeuges aus. Bei einer Tempoverringerung eines KFZ von 50 km/h auf 30 km/h nimmt der verursachte Lärm um 5 dB ab. Die Totalreduktion bietet jedoch nur ein Fahrzeug: das Fahrrad!

Daher fordert die Radlobby.IGF umfassende Maßnahmenpakete zur Reduktion von Verkehrslärm, die beim Verursacher ansetzen oder diese überhaupt vermeiden:

  • Radverkehrsfördernde Maßnahmen im Bereich Kampagnen, Infrastruktur, Verkehrsorganisation
  • Entschleunigung durch flächendeckende Einführung von Tempo-30-Limits und bauliche Maßnahmen
  • Reduktion des motorisierten Individualverkehrs durch verkehrsberuhigte Zonen, Fahrradstraßen, erweiterte FuZos mit Radverkehr
  • Anreize zum Umsteigen von KFZ auf Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel

"Es ist höchst an der Zeit, dass politische Verantwortung für die sprichwörtliche Beruhigung unseres Lebensraums und die Herstellung eines gesunden Umfelds für uns und unsere Kinder übernommen wird!" betont Alec Hager, Obmann der Radlobby.IGF.

Finanzielle Mittel dazu müssten vorhanden sein - würden sie nicht für die Erhaltung und die Folgen des motorisierten Verkehrs in Milliardenhöhe ausgegeben. Österreichische SteuerzahlerInnen subventionieren den Straßenverkehr mit 10 Milliarden Euro pro Jahr, allein privater PKW-Verkehr verursacht 6 Milliarden Mehrkosten als er über Steuern oder Mautabgaben einbringt (Zahlen: VCÖ)! In Deutschland wälzt der Straßenverkehr nach Berechnungen der Forschungsinstitute INFRAS/IWW jährlich rund 130 Mrd. Euro auf die Allgemeinheit ab. Das sind umgerechnet 1.625 Euro pro Einwohner, auch für alle jene die weder Autos besitzen noch bewegen.

Für die gesamte Bevölkerung sinnvolle Verwendung von Steuermitteln sieht anders aus: Förderung für diejenigen, die auf das Auto verzichten, die ihre Umwelt nicht verlärmen, nicht mit Schadstoffen belasten, keinen wichtigen Freiraum blockieren, selber gesünder sind und die Gesundheit ihrer Umgebung fördern. Finanziert durch angewandtes Verursacherprinzip in Bezug auf motorisierten Verkehr. Damit unser Land ruhiger wird.


Kategorie: Presseaussendung, RADLOBBY IGF, RADLOBBY Österreich
Alter: 9 yrs

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