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05.10.2010 15:44

Wien wählt: Wahlkampfthema Radverkehr

Wiener Parteien beziehen Stellung zu zentralen Fragen nach effizienter Radverkehrsförderung


Moderne, nachhaltige Mobilität muss eines der Zukunftsthemen für Stadtregierungen sein.  Rechtzeitig vor der sonntäglichen Entscheidung in der Wahlkabine haben die Radlobbies IG Fahrrad und ARGUS allen wahlwerbenden Parteien in Wien vier Fragen zur nötigen Förderung des Radverkehrs gestellt: Wie steht es um Gleichberechtigung in Hinblick auf die Aufteilung des öffentlichen Verkehrsraums, um finanzielle Anreize für Radfahrende angesichts der fehlenden Kostenwahrheit für PKW-Nutzer, um Mittel zur Erhöhung des Radverkehrsanteils und welche Ziele stecken sich die Parteien diesbezüglich für 2015, will doch z.B.  Kopenhagen in diesem Jahr 50% Radanteil erreicht haben? Alle wichtigen Parteien haben geantwortet.

Die regierende SP versucht, generell eine positive Grundeinstellung zum Radfahren im Alltag zu vermitteln und rechnet sich den Anstieg des Radverkehrs als Erfolg der eigenen Verkehrspolitik zu, ohne sich bei kontroversiellen Themen wie Parkplatzumwidmung oder Radverkehrsanlagen zu wirklich progressiven Lösungen zu bekennen. Die VP verschleiert einerseits ihre PKW-Klientelpolitik mit wenigen Worten - "Radwege nur dort, wo der Autoverkehr nicht eingeschränkt wird" - und macht andererseits in der Josefstadt offensiv gegen schon existente Radabstellplätze mobil. Die FP fürchtet um Parkplätze und belegt ihre Einstellung zum Radverkehr durch die Aussage "Die Radfahrer zahlen keinen Cent direkt für die Schaffung 'ihrer' Infrastruktur", während die Grünen erwartungsgemäß vehement für effiziente Radverkehrsmaßnahmen eintreten und mit 15% Radverkehrsanteil für 2015 das Ziel der SP von 8% fast verdoppeln. Aufhorchen lässt die überraschende Forderung der SP nach der "Einführung eines verpflichtenden Radführerscheins mit 10 Jahren". Auch LIF, MUT und KP haben sich je nach Kapazitäten bemüht, sich dem Thema zu widmen.

"Wir begrüßen das umfangreiche Radinfrastrukturausbauprogramm und die Bekenntnis der regierenden Stadtverwaltung zum Alltagsradverkehr!", meint Andrzej Felczak, Vorstandsmitglied der ARGUS,  zum Aufwärtstrend der SP Wien. "Lebensqualität für alle BürgerInnen muss das Leitmotiv für verkehrspolitische Lenkungsmaßnahmen sein, die Radverkehr und FussgängerInnen eindeutige Priorität vor der KFZ-Flut einräumen.", ergänzt Alec Hager, Obmann der Radlobby IGF, und weist damit auf auszuschöpfende Potentiale einer zukünftigen Fahrradstadt Wien hin.

Eine genaue Analyse der Parteipositionen und die ungekürzten Antworten finden Sie bei Radlobby IGF und ARGUS.

Die detaillierten Fragen befinden sich hier. Kurzgefasst lauten sie:

  1. Mehr Radfahrende direkt auf der Fahrbahn führen zu mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Wie werden Sie mehr Radfahrende auf die Straße bringen?
  2. Momentan wird ein großer Teil der Verkehrsflächen in Wien für motorisierten Individualverkehr genutzt. Was bedeutet für Sie Gleichberechtigung in Hinblick auf diese Aufteilung des öffentlichen Verkehrsraums?
  3. Die Kostenwahrheit des PKW-Verkehrs hierzulande liegt nur bei ca. 40%. Welche finanziellen Anreize werden Sie setzen, um Radfahrende zu belohnen und mehr Menschen aus dem Auto aufs Rad zu bringen?
  4. Kopenhagen setzt sich das Ziel eines Radanteils von 50 Prozent bis 2015  Wien strebt im selben Jahr 8% RV an. Welches Ziel setzen Sie für Wien 2015 und welche Maßnahmen werden Sie dafür ergreifen?

Auch angesichts der Antworten bleibt die Qual der Wahl, auf oder neben dem Radweg zum Wahllokal.


Kategorie: RADLOBBY IGF, ARGUS Wien, Presseaussendung
Alter: 9 yrs

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