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03.12.2013 13:40

Regierung ignoriert Klima-Aufgaben im Verkehrsbereich


Das neu verhandelnde Umweltressort vergisst offensichtlich auf den eigenen „Masterplan Radfahren“: Im nach außen gesickerten Regierungspapier zum Umwelt-Ressort, das schon bei vielen Umweltorganisationen für Entrüstung gesorgt hat, wird ein weiteres zentrales Thema nur mit Floskeln bedacht: Klimaschäden durch Verkehr.  „Nicht nur dass auf konkrete Klimaziele bezüglich Schadstoffreduzierung des motorisierten Verkehr verzichtet wird, das Thema Radverkehrsförderung wird komplett vergessen, obwohl das Umweltressort damit sogar den eigenen ‚Masterplan Radfahren‘ ignoriert.“, so RADLOBBY Österreich-Sprecher Alec Hager.

Im Entwurfspapier (Download hier) wird zwar "globale Verantwortung durch ambitionierte Klima-Politik" erwähnt und die Reduktion von Treibhausgasemissionen vermerkt, die CO2-Reduktion im Verkehr wird aber nur schwammig durch "innovative Mobilitätskonzepte" erwähnt. „Das Rad muss nicht neu erfunden werden, sondern stellt seit einem Jahrhundert die energie-effizienteste Fortbewegungsart dar. Die deutsche Regierung hat das soeben im Regierungsprogramm detailliert gewürdigt, muss die österreichische Regierungsmannschaft erst dort nachlesen?“, ist Alec Hager verwundert.

Die RADLOBBY hat bereits im November ihre Regierungsforderungen publiziert. Zumindest diese drei Punkte müssten nach unsrer Ansicht das Umweltpapier ergänzen, um im Radverkehr nicht den internationalen Anschluss zu verlieren:

  • Einsatz aller notwenige Maßnahmen zur Erreichung der Ziele des ministeriellen "Masterplans Radfahren" sowie eines Radverkehrsanteils von 12% zum  Ende der Legislaturperiode 2018.
  • Einwirken auf alle relevanten Ministerien zur Erarbeitung einer übergreifenden "Rad-Strategie Österreich". (Detailpunkte hier)
  • Nutzung der positiven wirtschaftlichen Effekte der erhöhten Arbeitsplatzeffekte bei Errichtung von Radinfrastruktur statt Autobahn- und Schnellstraßenbau.

Deutsches Regierung machts vor

Aus dem Übereinkommen 2013:
"Wir wollen den Anteil des Fahrradverkehrs als umweltfreundliche Mobilitätsalternative weiter steigern. Ausgerichtet an den Zielen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 werden wir den breiten gesellschaftlichen Dialog über neue Wege und Umsetzungsstrategien zur Radverkehrsförderung intensivieren. Das Radwegenetz an Bundesverkehrswegen werden wir weiter ausbauen und die gesetzliche Grundlage für den Radwegebau an Betriebswegen unserer Bundeswasserstraßen schaffen. Um die Verkehrssicherheit im Radverkehr zu stärken, wollen wir an Bundesfernstraßen durch eine optimierte Infrastrukturplanung der Bildung von Unfallschwerpunkten vorbeugen und bestehende beseitigen. Zukunftsweisende Projekte an der Schnittstelle ÖPNV/Carsharing/Fahrrad werden wir weiter fördern. Wir wollen darauf hinwirken, dass deutlich mehr Fahrradfahrer Helm tragen."


Kategorie: RADLOBBY Österreich
Alter: 6 yrs

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