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13.05.2014 18:27 Von: Messics Ronald

Fachbeamte beurteilen Radfahren in der Fußgängerzone Villach negativ


Villacher Rathausplatz

Radfahren in der Freizeit ist in Kärnten eine von der Politik gut unterstützte Form der Mobilität, aber wie sieht es mit den Alltagsradlern und ihren Bedürfnissen aus. Alltagsradler sind berufsbedingte Pendler, Schüler, sowie Menschen, die Behördenwege erledigen, Arztbesuche machen, Einkaufen fahren, oder auf einen Cafe in die Stadt fahren.

Die Gemeinde in Villach kann ihnen kaum empirisch unterstützte Zahlen nennen, die das Radfahren mit Zahlen, Daten und Fakten darstellt. Daher ist auch die gesellschaftliche wie politische Wahrnehmung nur peripher vorhanden. Bei Abfragen im Internet werden sie staunen, welche genauen Zahlen über die Mobilität mit dem Fahrrad in Vorarlberg abrufbar sind.

Das statistische Jahrbuch in Villach ist nur für das Jahr 2011 im Internet abrufbar. In diesem Jahrbuch sind nur die Zahlen der Fahrradunfälle, die Preisverleihungen und die Länge der Radwege dargestellt, wobei die Radweglänge zugegebenermaßen mit 106 km gut ist. Bis zum Jahre 2005, ist schon fast 10 Jahre her, gab es eine dynamische Entwicklung der Radwege. Seither hat sich das Radwegenetz in Villach nur mehr um 2km verlängert. Die Errichtung liegt bei überregionalen Radwegen in der Kompetenz des Landes. Allein wenn sie die Länge der von der Stadt Villach betroffenen Radwege entlang der Drau und der Gail abziehen (R1 teilweise Doppelt 17km nachdem auch ein Radweg auf der anderen Seite der Drau ist, noch einmal ca. 14km, R3 15km Radweg zum Faakersee über Fuchsbichl 7 km, Ossiacherzeile 5km weil beidseitig, Summe 58km), bleiben noch 48km Radwege in Villach.

 

In Villach gibt es eine Fußgängerzone, in der das Radfahren verboten ist. Die Radlobby Kärnten akzeptiert, dass am Hauptplatz das Radfahren wegen der Längsneigung und der Frequenz an Fußgänger, wie in den RVS (Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen) empfohlen, nicht oder sehr schwer umsetzbar ist. Wir von der Radlobby Kärnten wollen, dass aber das Radfahren in den von Fußgängern gering frequentierten Teilen der Fußgängerzone in Villach erlaubt wird. Viele Jugendliche fahren zum Beispiel zu der in der Widmanngasse befindlichen Musikschule. Wir verstehen nicht, dass dies für unsere radfahrende Jugend nicht legalisierbar ist.

Aber als Skandal empfinde ich, dass Beamte des Magistrats dem entscheidungsbefugten Villacher Gemeinderat mit folgenden Argumenten die Teilweise Öffnung der Fußgängerzone fürs Radfahren erschweren wollen:

Wir haben in Österreich kein einheitliches Bild im Bezug Radfahren in einer Fußgängerzone

• In Krems ist dies zum Beispiel ebenfalls verboten

• Eine Abgrenzung der einzelnen Fußgängerzone mit und ohne Radfahrerlaubnis ist verordnungs- und kundmachungstechnisch nur schwer umsetzbar

• Es gibt nur eine geringe Akzeptanz für die unterschiedlich geregelten Bereiche

• Die Straßenpolizeibehörde hat es schwer, die unterschiedlichen Bereiche zu exekutieren

 

Interessanterweise führen aber die Fachbeamten oder der Fachbeamte der Gemeinde Villach die Fußgängerzone der Stadt Salzburg an, in der das Radfahren erlaubt ist, die einerseits topographisch nicht eben und daher mit Villach vergleichbar ist, und die auch von viel mehr Fußgängern frequentiert wird.

 

Andererseits erheben sie in dieser Expertise den Anspruch, dass die Stadt Villach ein neues Gesamtverkehrskonzept erstellen soll. Für die Erlaubnis des Radfahrens in der Lederergasse oder dem Kaiser-Josef-Platz benötigt man kein teures Gesamtverkehrskonzept.

 

Die Öffnung der Lederergasse fürs Radfahren wäre auch die direkte Verbindung für die einkaufenden Radfahrer mit Anhänger vom Nordosten zum Wochenmarkt, denn der schmale Radweg auf der Draulände gegen die Einbahn ist für Radfahrer mit Anhänger (kann auch mit Kinder besetzt sein) zumeist wegen einparkender Autos nicht durchgängig befahrbar.

 

Ich als Obmann der Radlobby Kärnten bin entsetzt, dass schwierige Bedingungen für Beamte als Argumentation zur ablehnenden Haltung genügen können, die eine teilweise Erlaubnis zum Radfahren in der Fußgängerzone ermöglichen könnten. Polemisch könnte man auch meinen, dass die Beamten in Salzburg flexibler agieren können. Verhindern macht eben weniger Arbeit als Ermöglichen.


Kategorie: RADLOBBY Kärnten
Alter: 5 yrs

< Radlobby Kärnten bei einem Arbeitsgespräch mit Stadtrat Weidinger.