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15.12.2017 : 13:04 : +0100

Abstand macht sicher!

Abstand macht sicher: Die Radlobby Kampagne

Mangelnde Seitenabstände überholender Autos  erschrecken RadfahrerInnen. Abrupt geöffnete Autotüren stellen für Radfahrende eine signifikante Gefahr dar.  Wem durch solche Situationen das Radfahren gefährlich erscheint, fährt nicht gerne weiter Rad. Die Radlobby hat aus diesen Gründen eine Kampagne ins Leben gerufen, die wichtige Bewusstseinsveränderungen bei KFZ-LenkerInnen und RadlerInnen bewirken möchte und auch den Gesetzgeber miteinbezieht.

Neu: Der Abstands-Comic

Ein Ausschnitt aus der Graphic Novel von Franz Suess, passend zum Thema: COMIC

Das können wir gemeinsam ändern:

KFZ

KFZ-LenkerInnen: Öffnet eure Autotüren nicht ohne Schulterblick. Der ausreichend sichere Seitenabstand zu Radfahrenden beim Überholen beträgt mindestens 1,5 Meter, sonst ist ein Überholen nicht sicher möglich.

RAD

RadfahrerInnen: Der empfohlene Seitenabstand zu parkenden Autos, um abrupt geöffneten Türen ausweichen zu können,  beträgt mindestens 1,2 Meter.

MZS

VerkehrsplanerInnen: Die Mindestbreite eines Mehrzweckstreifens von 1,5 Metern neben parkenden Autos reicht nicht aus für genügend Bewegungsfreiheit und Sicherheit für Radverkehr. Die empfohlene Regelbreite beträgt 1,75 Meter.

BMVIT

Verkehrsministerium: Die gesetzliche Verankerung eines verpflichtenden Seitenabstands für KFZ beim Überholen von RadlerInnen sollte mit zumindest 1,5 Meter in der StVO verankert werden.

"Der Sicherheitsabstand ist die Knautschzone der Radfahrenden. Diese einzuhalten ist eine Frage der Rücksichtnahme der KFZ-LenkerInnen, aber auch eine der richtigen Spurwahl der RadlerInnen, die genug Abstand zu parkenden Autos und Fahrbahnrändern halten sollten, um enges Überholen und Türunfälle zu vermeiden." Die Kampagne „Abstand macht sicher!“ der Radlobby Österreich nimmt sich dieser wichtigen Sicherheitsthemen an.

Kernforderung der Radlobby

„Die Radlobby fordert nach Vorbild der jüngsten portugiesischen Gesetzesänderung auch in Österreich die Verankerung eines verpflichtenden Seitenabstands für KFZ beim Überholen von RadlerInnen mit zumindest 1,5 Meter in der StVO!“ fasst Alec Hager, Sprecher Radlobby Österreich, die Forderung an den Gesetzgeber zusammen.

Die Realität

Drei Problemfelder in einem Bild: Der Radfahrer bewegt sich in der riskanten "Tür-Zone", der Mehrzweckstreifen mit 1,5m Mindestbreite lenkt ihn dort hin, und das Kfz hält nicht den richtigen Abstand von 1,5 Metern ein.

Der Radlobby-Abstandstest zeigt: Trotz 1,5m-Abstandshalterfahne überholt das KFZ die Radfahrerin zu eng, wobei die Radlerin sich auf dem Mehrzweckstreifen im empfohlenen Abstandsbereich zur Autotür des geparkten KFZ hält.

Fakten & Gesetzeslage

In Wien sind 11%* der Radverkehrsunfälle durch geöffnete Autotüren verursacht (*MA 46). Den Seitenabstand zu stehenden Hindernissen schreibt die  StVO §7 (1) so vor: „Der Lenker eines Fahrzeuges hat, […] so weit rechts zu fahren, wie ihm dies unter Bedachtnahme auf die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs zumutbar und dies ohne Gefährdung, Behinderung oder Belästigung anderer Straßenbenützer, ohne eigene Gefährdung und ohne Beschädigung von Sachen möglich ist“ Der Öffnungsbereich von Autotüren erstreckt sich von 80cm bei Kleinwagen bis 1,5m bei Coupés oder LKWs. Die richtige Spurwahl durch RadlerInnen macht also sicher und ist StVO-Konform.

Daher:  Radfahrende sollen einen Seitenabstand von mindestens 1,2 Meter vom Lenkerende zu parkenden KFZ einhalten.

Der Seitenabstand beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen wird ebenso von der StVO §15(4) beschrieben: „Beim Überholen ist ein der Verkehrssicherheit und der Fahrgeschwindigkeit entsprechender seitlicher Abstand vom Fahrzeug, das überholt wird, einzuhalten.“ Diese Definition gibt aber den Radfahrenden keine zuverlässige Rechtssicherheit.

Daher: Beim Überholen von Radfahrenden sollen KFZ einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 m einhalten!

Da dieser Seitenabstand sicherheitsrelevant ist und bei dessen Einhaltung die Fahrspur des Rades bei ca. 1,5 Meter vom parkenden Auto liegt, kann ein Mehrzweckstreifen mit der gängigen Mindestbreite laut RVS-Richtlinie von eben diesen 1,5 Metern dem Radfahrenden keinen Schutz mehr bieten, wodurch eine Änderung der Richtlinien unvermeidbar ist.

Daher: Die Mindestbreite von Mehrzweckstreifen neben Parkstreifen muss 1,75m betragen.

Jene Person, die die Türe eines KFZ öffnet, ist laut StVO §23 (4) dafür verantwortlich, dass niemand dadurch gefährdet oder behindert wird: „Die Türen eines Fahrzeuges dürfen so lange nicht geöffnet werden und auch nicht geöffnet bleiben, als dadurch andere Straßenbenützer gefährdet oder behindert werden können.“

Daher: Autotüren keinesfalls vor einem/r herannahenden RadfahrerIn öffnen, Schulterblick nie vergessen!

Texte: Roland Romano & Alec Hager

Factsheet ADFC

Hier der sehr umfangreiche Factsheet zu Überholabständen des deutschen ADFC: DOWNLOAD PDF.

Bald folgt hier mehr...

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