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19.11.2019 : 22:20 : +0100

Leitbild Radverkehr des Landes Salzburg in der Endrunde

Das Land legt sich die Latte tief
Leitbild Radverkehr des Landes Salzburg in der Endrunde

Acht von neun österreichischen Bundesländern haben bereits die Förderung des Radfahrens festgeschrieben. Salzburg werkt als Nachzügler seit einem Jahr an einem „Leitbild Radverkehr“. Das Dokument, an dem auch die Radlobby in mehreren Workshops mitgearbeitet hat, befand sich zu Redaktionsschluss in Endredaktion. Hier ein Ausblick darauf, was wir erwarten dürfen.

Erstmals steht der Alltagsradverkehr im Fokus der Salzburger Radverkehrspolitik. Künftig kann darauf gepocht werden, dass das „Landesradroutennetz“ die im Alltag wichtigen Ziele direkt verbindet; anstatt wie viele Radwege innergebirg durch die Täler zu mäandern, so wie einst Salzburgs Flüsse. Die Qualitätsstandards lassen sich sehen. Wichtige Rad-Routen sollen das niederrangige Straßennetz mit Vorrang queren. Ein Schwerpunkt sind bessere Radabstellanlagen an wichtigen Zielen. Generell soll Fahrradparken in der Bauordnung verankert werden; wenn es nach uns geht: ebenerdig, zielnah, überdacht und diebstahlsicher – Fahrradkeller, adieu!

Die Salzburger Gemeinden werden einiges zu tun bekommen, um auf den Stand des Leitbilds zu kommen. Gewünscht sind Radverkehrsbeaufragte, Radverkehrskonzepte, flächendeckende Tempo 30-Zonen – in welche die Radlobby auch Landesstraßen im Ortsgebiet einbinden möchte. Unter den Titel „Bewußtseinsbildung“ fällt eine geplante Dachmarke zum Thema Radfahren von Stadt und Land und ein Schwerpunkt zum „Radjubeljahr 2017“.

Bei diesem kompletten Maßnahmenpaket einer „Radverkehrsoffensive“ verwundert es, dass sich Salzburg im aktuellen Entwurf bis 2025 landesweit nur eine Steigerung des Radverkehrs von derzeit 11% auf 13% am gesamten Verkehrsaufkommen zutraut – weit weniger als andere Bundesländer! Ambitionierte verkehrs- und umweltpolitische Ziele sehen anders aus. Die Politik ist offenbar nicht bereit, sich selbst mehr Druck zu machen. So wird es auch an uns liegen, diesen zu erzeugen.

Gute Ideen, die im Leitbild stecken, müssen umgesetzt werden. Das Geld dafür soll aus einem Radverkehrsbudget von jährlich wertgesicherten 3 Millionen Euro kommen. Das ist nicht einmal ein Zwanzigstel des Straßenbaubudgets des Landes!
Wir fordern: der Betrag müsste zumindest dem Anteil des Radverkehrs entsprechen!
Über 60 Millionen Euro werden für Landesstraßen jährlich verbaut, 11% davon wären 6,6 Millionen. Die für 2025 angepeilten 13% für den Radverkehr machen pro Jahr 7,8 Millionen aus!

Umso mehr Bedeutung kommt unserer Forderung zu, Verkehrsflächen zugunsten des Fuß- und Radverkehrs umzuverteilen. Landesstraßen, die entsprechend der obsoleten Vorstellung von „Freier Fahrt für freie Bürger“ gebaut wurden, können kostengünstig mit Radverkehrsanlagen ausgestattet werden. Das senkt die Geschwindigkeit der KFZ zugunsten der Sicherheit nicht-motorisierter VerkehrsteilnehmerInnen.

Es wird noch viel Überzeugungsarbeit brauchen, wirklich eine radfreundliche Bauordnung auf den Weg zu bringen oder den Unfug zu beenden, dass Tiefgaragen mit Geld aus der Wohnbauförderung errichtet werden.
Unser Fazit: Das Leitbild Radverkehr ist kein großer Wurf, aber eine Basis um längst überfälliges einzufordern.

Die detaillierte Stellungnahme der Radlobby Salzburg zum Radleitbild des Landes

Stellungnahme_zu_Leitbild_Radverkehr_des_Landes_Salzburg.pdf

Verschenkte Chance - Neugestaltung Ignaz Riederkai

Autolobby und Anrainer blockieren ein schönes Projekt für Fußgänger und Radfahrer.

Der Hochwasserschutz an der Salzach macht eine Neugestaltung des Ignaz-Rieder-Kai oberhalb der Nonntaler Brücke nötig und möglich. Unmotorisierte könnten eine großzügige, attraktive Verkehrsfläche bekommen – mit 85% Bundesfinanzierung, also ohne damit die Stadtfinanzen groß zu belasten!

Die Idee: Eine attraktive Promenade für Radfahrer und Fußgänger direkt am Fluss, 5,4m breit, auf getrennten Spuren zu benutzen. Neue Verweil- und Freizeitflächen an der Böschung; zwei bestehende Kreuzungen des Rad-/Fußwegs mit der Autofahrbahn fallen weg.

Das sah jedenfalls der aus unserer Sicht gelungene erste Vorschlag der Stadtplaner vor. Die derzeit dominierende, salzachseitige Autofahrbahn wäre zum Volksgarten hin verlegt worden, hinter die Alleebäume. Von denen müsste keiner gefällt werden. Das Stadtplanungsamt hatte vorgeschlagen, die Fläche für die Autos gegenüber dem Ist-Zustand etwas zu verschmälern und Ausweichbuchten für ein Befahren in beide Richtungen einzurichten. Es gibt ähnlich schmale Straßen in Salzburg, so wie den Schwarzgrabenweg, wo das bei ähnlicher Verkehrsfrequenz gut funktioniert.

An eine Einbahnlösung war ohnehin nie gedacht - weil „politisch gegen die Autofahrer- Interessen nicht durchsetzbar“. Ein entsprechender Beschluss im Bausenat war Mitte 2014 mit dem Stimmen von SPÖ und Bürgerliste auch schon getroffen. Dann fürchtet ein Spar-Greißler aus der Nähe um sein Geschäft und tritt gemeinsam mit der ÖVP dagegen auf. Und Bürgermeister Schaden knickt vor den Interessen der Autofahrer ein. Der schon erzielte Beschluss wird gekippt, eine Chance vertan – zumindest vorerst einmal.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig Lobbying für das Radfahren in Salzburg auch weiterhin ist. Dies verlangt auch die Situation am Salzburger Hauptbahnhof. Nach langwieriger, aufwendigster Bahnhof-Neugestaltung werden viele Räder dort chaotisch abgestellt; für Kronenzeitung und ÖVP ein willkommener Grund um eine Kampagne zu starten.

Die Radparkanlagen am Vorplatz sind ein Provisorium, der Planungsprozess ist im Gange. Unterschiedliche Interessen werden sichtbar: Einige wollen mehr Platz für Kiss & Ride-Autoparkplätze und Taxis. Das bringt die einzigen überdachten, ebenerdigen Abstellplätze für Räder beim Forum in Gefahr. Wir sind für wettergeschützte Radparkplätze unmittelbar bei den Bus-Stationen, möglichst nahe am Haupteingang.

Andere wollen uns diese nur in deutlich größerer Entfernung zugestehen, die Fahrräder zu den Bäumen hinter die Durchzugsstraße verbannen. Weil auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs „ja eh eine Abstelleinrichtung gebaut wurde“. Die ist hochwertig und überdacht – zugegeben; aber weitab von Stadt- und Regionalbussen. Sie deckt damit nicht die Bedürfnisse vieler RadlerInnen auf dem Bahnhofsplatz. Es ist wohl dringend nötig, den Entscheidungsträgern in Salzburg wieder einmal die legitimen Interessen der Radfahrenden in Erinnerung zu rufen. Wir laden alle ein, uns dabei zu unterstützen!

Eröffnung der Radsaison 2015 durch die Radlobby Salzburg

Die Radlobby Salzburg hat am 01.01.2015 die Radsaison eröffnet. Die Radwege waren in der Stadt Salzburg nur teilweise zufriedenstellend geräumt, aber die Sonne machte die Ausfahrt doch zu einem Vergnügen.