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15.12.2017 : 13:03 : +0100

Radfahren im Frühling

Der Frühling ist endlich da und Radfahren macht wieder doppelt so viel Freude! Tausende AlltagsradlerInnen in Österreich kennen ja den Begriff "Fahrradsaison" nicht mehr, denn das Rad ist ganzjährig das beste Verkehrsmittel in Stadt und auf kurze Distanzen. Aber dennoch: Warme Sonnenstrahlen helfen beim radelnden Wohlgefühl ungemein! 

Sollte Ihr Fahrrad also doch ein Zeit'l im Radkeller auf das Frühlingswerwachen gewartet haben, hier ein paar Tipps für Frühjahrsputz oder Service:

Wenn das Fahrrad längere Zeit im Keller gestanden ist, sollte es vor der ersten Ausfahrt gründlich durchgecheckt und bei Bedarf auch gereinigt werden. Aber nicht mit einem Hochdruckreiniger, denn damit wird der Schmutz erst recht in Gelenke und Lager gespült, die Schmierstoffe hingegen herausgewaschen. Für die Reinigung des Fahrrads reichen eine Seifenlauge und ein Schwamm vollkommen aus. Danach gehören die Kette und die beweglichen Teile - am besten mit einem dünnflüssigen Universalöl - frisch eingeölt. Bevor in die Radsaison gestartet werden kann, die Luft in den Reifen sowie Licht und Bremsen überprüfen. Aber trotz sorgfältiger Pflege des Fahrrads sollte man auf eine jährliche Inspektion in einer Fachwerkstätte nicht verzichten.

Bei Fachhändlern und in Reparaturwerkstätten wird zwischen einem kleinen und einem großen Fahrradservice unterschieden. Die Preise und auch die beinhaltenden Leistungen variieren. Neben einem Preisvergleich sollte auch abgeklärt werden, was in der jeweils angebotenen Servicepauschale tatsächlich alles enthalten ist.

Beim kleinen Service wird meist die Steuerung kontrolliert, Bremsen und Schaltung eingestellt, Lichtanlage geprüft, alle Schrauben nachgezogen, Kette geschmiert, Luftdruck kontrolliert und lose Teile fixiert.

Beim großen Service kommen noch zusätzliche Arbeiten dazu wie Vorder- und Hinterrad zentrieren, Getriebe und Naben öffnen, reinigen, fetten und einstellen.

Diese erweiterte und sehr brauchbare Anleitung zum Selberreinigen verdanken wir der Website Fahrrad in München, ergänzt durch fachliche Expertinnentipps von der geprüften Radmechanikerin Gurdun Pollack von der Radwerkstatt Das Radhaus im 5. Wiener Bezirk.

Grundreinigung

Zunächst sollte das Fahrrad gründlich gewaschen werden. Mit Hilfe einer weichen Stielbürste, einem Schwamm und etwas dünner Seifenlauge wird das Fahrrad sorgfältig von Schmutz befreit und anschließend mit einem Tuch abgetrocknet. Möchte man das Rad mit dem Hochdruckreiniger säubern sollte man darauf achten, dass die Lager nicht direkt dem Strahl ausgesetzt werden. Besonders gründlich sollte die Kette, sowie die Schaltung behandelt werden. Die Reinigung gelingt am effektivsten mit einer ausgedienten Zahnbürste und speziellem Fahrradreiniger. Wasser- und schmutzabweisend werden Rahmen und Schaltung durch das Auftragen eines Sprühwaches. „ Da Gummi- und Aluminiumabrieb zusammen mit Schmutz auf den Bremsflanken der Felgen die Bremsleistung beeinträchtigen und die Bremsbeläge schneller verschleißen lassen, ist das regelmäßige Abwischen der Felge mit mit Wasser, oder Seifenlauge wichtig“, ergänzt dazu Radmechanikerin Gudrun Pollack .

Reifen und Felgen

Wichtig ist die Prüfung der Reifen. Durch die lange Stehzeit kann das Material der Reifen porös werden und Risse aufweisen. In diesem Fall, und wenn das Profil zu sehr abgefahren ist, muss der Mantel getauscht werden. Bei einem Platten kann der innere Schlauch mit Hilfe eines Flickzeugs repariert werden.

Um die Felgen zu überprüfen wird das Fahrrad kopfüber auf Lenker und Sattel gestellt und die Räder gedreht. Diese sollten leicht durchdrehen und nicht an den Bremsen oder den Schutzblechen scheuern. Verbogene Halterungen und Schutzbleche lassen sich meist mit der Hand wieder vorsichtig gerade biegen.

Überprüfen der Bremsen

Auch die Bremsen haben durch die fehlende Fahrradpflege über den Winter gelitten. In erster Linie sollten diese auf Funktionalität geprüft werden. Dazu gehört neben dem Testen des Bremszugs auch die Prüfung der Bremsbeläge. Diese besitzen Markierungen, welche den Verschleiß anzeigen. Sind diese in keinem guten Zustand mehr können die Beläge problemlos ausgetauscht werden. Sind die Beläge noch ausreichend, müssen sie jedoch von Dreck und Rost befreit werden.

Beleuchtung

Geprüft gehören in diesem Zusammenhang die Reflektoren und die Lichtanlage. Häufig sind defekte Glühbirnen eine Fehlerquelle, welche leicht behoben werden kann. Ist die Birne in Ordnung kann der Fehler auch am unterbrochenen Stromfluss liegen. Lockere Steckkontakte am Dynamo oder den Lampen sind hier zu kontrollieren. Vorgeschrieben sind ein weißer Reflektor vorne und ein roter Reflektor hinten, beide können in die Lichtanlage integriert sein. Zudem gehören gelbe Reflektoren an die Pedale und jeweils zwei Stück an die Speichen.

Kette und Schaltung

Rasten die Gänge nicht richtig ein kann die Schaltung manuell nachjustiert werden. Zum Abschluss der Prüfung werden bewegliche Schaltungsteile und die Kette geölt. Findet eine regelmäßige Fahrradpflege statt, ist dünnflüssiges Öl am besten geeignet. Bei längeren Wartungsabständen sind zähe Fette empfehlenswert.

Die Empfehlung der erfahrenen Radmechanikerin Gudrun Pollak: „Zur Pflege der Kette eignet sich am besten spezielles Kettenöl. Zur regelmäßigen Schmierung der Kette reicht ein dünnflüssiger Ölfilm aus. Am besten gelingt das wenn man das Öl auf die Kette tropft und dabei die Kurbeln rückwärts dreht. Danach wischt man überschüssiges Öl ab, indem man mit einem Fetzen die Kette umschließt und auch wieder die Kurbel rückwärts dreht. Dieser Schritt ist wichtig, weil zu viel Öl außen an der Kette wie ein schmutzanziehender Magnet wirkt.“

Eine ausführliche Wartung des Fahrrads sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen und nicht nur nach längeren Nutzungspausen. Nur so können Schäden frühzeitig erkannt und behoben werden. Eine höhere Sicherheit und ein längeres Fahrvergnügen sind ebenfalls garantiert.


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