Radlerunfälle: ARGUS-Stmk. weist einseitige Interpretation zurück

Mo. 21. Apr 2008

Kritik an den Alarmmeldungen um gestiegene Radlerunfallszahlen und hohe
Alkoholisierungsraten unter den verunglückten RadlerInnen vom Wochenende übt die Radlobby ARGUS. „Gestiegene Unfallszahlen haben vielfältige Ursachen, wobei die Verletzungsunfälle in der Steiermark nahezu konstant waren und in Graz sogar gesunken sind“, erklärte ARGUS Steiermark-Obmann Ben Hemmens am Montag.

In einer Aussendung hatte die Ärztliche Kraftfahrzeugvereinigung Österreich (ÄKVÖ)
angeprangert („Ärztliche Kraftfahrvereinigung schlägt Alarm“) für 2007 acht Prozent mehr verletzte RadfahrerInnen und eine hohe Alkoholisierungsrate (30 %) der Verunglückten angeprangert (bezogen auf eine Studie aus Tirol). Als Schlussfolgerung hatte Ärztekammerpräsident Walter Dorner „Verbesserungsbedarf der Radfahrregeln und eine sorgfältigere Schulung von Radfahrern“ geortet sowie „verstärktes Augenmerk der Polizei auf Radfahrer“ gefordert.
ARGUS kontert, dass die Unfalldaten einseitig interpretiert worden seien: Zum einen sei die regionale Entwicklung unterschiedlich (Steiermark-Daten unter http://graz.radln.net), zum anderen seien auch Faktoren wie mehr Radverkehr durch günstigere saisonale Witterung wie überhaupt ein möglicherweise gestiegener Radverkehrsanteil zu berücksichtigen.
Nicht goutiert wird auch von ARGUS die Bagatellisierung von „Alkohol am Fahrradlenker“.
Trotzdem muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass vor allem das
Gefährdungspotential für andere Verkehrsteilnehmer von alkoholisierten RadlerInnen
ungleich niedriger ist als von alkoholisierten Kfz-Lenkern, was ja auch vom Gesetzgeber
durch die Belassung des tolerierten Blutalkoholwerts von 0,8 Promille so gesehen wurde. Die Untersuchungen der interdisziplinären ARGE für medizinische Verkehrssicherheit und
Unfallforschung an der Innsbrucker Universitätsklinik für Psychiartrie, von denen Details
noch nicht bekannt sind, sind jedenfalls in diesem Kontext zu sehen.
„Wir begrüßen alle seriöse Forschungsarbeiten zum Thema Rad fahren,“ so Hemmens,
„aber wir sind überzeugt, dass die Auswirkungen des Rad fahrens auf die öffentliche
Gesundheit in Summe klar positiv sind. Das dürfen wir in der Diskussion über spezifische
Risiken nicht aus dem Auge verlieren.“

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