Städtebund unterstützt die RadfahrerInnen

Sa. 2. Mai 2009

Städtebund: Mehr Sicherheit für Radfahrer in der Stadt

Städtebund fordert Überarbeitung der Straßenverkehrsordnung zugunsten des Fahrradverkehrs

Wien (OTS) - “Die derzeitige Fassung der österreichischen Straßenverkehrsordnung (StVO) ist aus historischen Gründen zu stark
auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs
ausgerichtet. Um das Fahrrad als d a s städtische Verkehrsmittel
attraktiver und sicherer zu machen, muss die StVO dringend
überarbeitet werden”, so der Innsbrucker Verkehrsstadtrat und
Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Österreichischen
Städtebundes, Dipl. Ing. Walter Peer, am Freitag.

Vier wesentliche Änderungen/Ergänzungen der StVO notwendig

Die geänderte StVO muss nach Ansicht des Österreichischen
Städtebundes vier wesentliche Punkte aufweisen:

1. Die unklaren und gefährlichen Vorrangregeln für BenutzerInnen
von “Radverkehrsanlagen” müssen vereinfacht werden.

2. Wegfall der Radwegbenützungspflicht zumindest im Ortsgebiet.
Untersuchungen haben ergeben, dass Radwege an Knotenpunkten - wie
etwa Kreuzungen - ein hohes Unfallrisiko aufweisen. Österreichs
Städte versuchen seit langem, dieses Unfallrisiko durch bauliche
Maßnahmen zu reduzieren. Der Wegfall der Benützungspflicht entkoppelt
den schnellen und den langsamen Radfahrer voneinander und macht den
Radverkehr damit sicherer.

3. Das “Nebeneinanderfahren” von zwei Radfahrern soll ab einer
Gruppengröße von 15 Personen ermöglicht werden. Diese Maßnahme
verringert die Länge der Radfahrergruppe und stellt sicher, dass
Kraftfahrzeuge nur bei freier Gegenfahrbahn überholen können. Diese
Maßnahme ist in Deutschland ebenfalls schon erfolgreich in Geltung.

4. Besonders auf Initiative der Stadt Graz sollen
Fahrradstraßen
dort, wo der Anteil an Radfahrern besonders hoch ist,
ermöglicht werden. Dabei wird die gesamte Fahrbahn als Radweg
ausgewiesen, der PKW-Verkehr kann - in Ausnahmen - zugelassen werden.
Fahrradstraßen sind in Deutschland bereits seit 1997 möglich und
haben sich dort als geeignetes Instrument erwiesen, den Radverkehr in
den Städten komfortabler und sicherer zu machen (Bremen, Kiel,
Münster)

Mehr Radverkehr erhöht die Verkehrssicherheit

Beispiel Stadt Salzburg: Seit dem Jahr 1992 ist in der Stadt
Salzburg der Radverkehrsanteil um 40 Prozent gestiegen, gleichzeitig
ist die Zahl der verletzten Radfahrer, bezogen auf die gefahrenen
Kilometer, um 40 Prozent gesunken. Durch die höhere Anzahl von
Radfahrern im Verkehr werden diese besser als gleichberechtigte
Verkehrsteilnehmer wahrgenommen.

Fahrrad ist schnellstes Verkehrsmittel in der Stadt

Laut VCÖ sind 50% aller Wege in Österreich, die mit dem Auto
zurückgelegt werden, kürzer als 3km - somit ist gerade im
innerstädtischen Bereich das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel.
Ausschussvorsitzender Walter Peer und der stellvertretende
Ausschussvorsitzende und Vizebürgermeister der Stadt Dornbirn, Martin
Ruepp, abschließend: “Österreichs Städte haben das Potenzial des
Radverkehrs im innerstädtischen Bereich längst erkannt. Im aktuellen
Regierungsprogramm kündigt nun auch der Bund die Schaffung
radverkehrsfreundlicher rechtlicher Rahmenbedingungen an. Eine
Forcierung des Radverkehrs ist auch ein wichtiger Beitrag zum
Erreichen der Klimaschutzziele und zur Steigerung der Luft- und
Lebensqualität.

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Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
Mag. Paul Weis, Österreichischer Städtebund, Telefon: 01 4000-89990, Mobil: 0676 8118 89990, E-Mail: paul.weis [at] staedtebund.gv.at
http://www.staedtebund.gv.at

 

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